Empfehlungen zur Organisation von Badeausflügen in Kita und Schule

Bei Kleinkindern und Kindern besteht ein besonders hohes Ertrinkungsrisiko, da sie einen stark ausgeprägten sogenannten reflektorischen Laryngospasmus besitzen. Beim plötzlichen Eintauchen des Kopfes ins Wasser oder beim Eindringen geringer Wassermengen in die Atemwege kann bei Kindern ein schockartiger Atemreflex einsetzen, der Kehlkopf und Lunge schließt. Durch diesen Stimmritzenkrampf wird die Atmung blockiert, nicht selten erstickt das Kind, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen Wasser in seine Lungen gelangt (sog. „trockenes Ertrinken“). Die Wassertiefe spielt in dieser Situation keine entscheidende Rolle.

In tiefem Wasser können sich Nichtschwimmer-Kinder nur rund 10-20 Sekunden über Wasser halten, in der Not meist ohne Lautäußerungen. Die Gefahrensituation ist für Hilfeleistende, in beiden Fällen, schwer zu erkennen. Die Zeitspanne, um lebensbedrohliche Folgen abzuwenden, ist extrem kurz.

Eine präventiv ausgerichtete, zahlenmäßig angepasste und gut organisierte Aufsicht muss zwingend gewährleistet werden.

Um später ein guter Schwimmer, eine gute Schwimmerin zu werden, ist eine frühe Wassergewöhnung wichtig. Es sollen hierbei eventuell auftretende Ängste abgebaut, Spaß an der Bewegung und dem Spielen am und im Wasser erreicht werden und Grundfertigkeiten wie z. B.:

•    richtiges Atmen,

•    Eintauchen des Gesichts / des Kopfes ins Wasser,

•    Untertauchen mit dem Körper bei bestehendem Bodenkontakt,

•    Öffnen der Augen unter Wasser,

•    Hygieneregeln und Baderegeln kennen und einhalten,

•    physikalische Grundgesetze des Wassers kennen und verstehen
(Widerstand und Auftriebskraft des Wassers)

vermittelt werden.

Aufsicht

Die Aufsicht und Verantwortlichkeit liegt bei der zuständigen Lehrkraft beziehungsweise bei der Erzieherin/dem Erzieher und kann nicht auf andere Begleitpersonen übertragen werden, auch nicht auf anwesende Schwimmmeister.

Bei den im Land Brandenburg bestehenden Rechtsvorschriften muss zunächst eine ganz klare Trennung zwischen Schule und Kindertageseinrichtungen erfolgen.

Schule

Im Land Brandenburg gilt für die Lehrkräfte:

Verwaltungsvorschriften über die Wahrnehmung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht im schulischen Bereich (VV – Aufsicht – VVAUFs)

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
08. Juli 1996 (Änderungen vom 10.02.2000, 03.01.2002, 13.04.2004)

In dieser Verwaltungsvorschrift finden Sie als Lehrkraft unter anderem Vorschriften zu folgenden Themenschwerpunkte:

Anlage 2 -  Sicherheit beim Schwimmunterricht

Anlage 3 -  Sicherheit bei besonderen schulischen Veranstaltungen

Punkt I Wassersport
Punkt II Besuch von Freizeit- und Spaßbädern,

die in jedem Fall einzuhalten sind.

Empfehlungen der Unfallkasse Brandenburg

Für die Planung und Organisation müssen im Vorfeld mit allen Beteiligten Absprachen getroffen werden, z. B.:

•    Weg zur Badestelle (Wahl des Verkehrsmittels),

•    Kleidung und Ausrüstung,

•    benötigte Materialien,

•    Verpflegung und Getränke,

•    Hautschutz,

•    Erste Hilfe Material, Erste Hilfe Maßnahmen/Rettungskette,

•    Pausen- und Ruhezeiten.

Klären Sie auch, unter welchen Bedingungen der Ausflug zum Baden oder zum Wassersport nicht stattfinden kann.

In der Broschüre DGUV-Informationen 202-048 (bisher GUV-SI 8048) „Checklisten zur Sicherheit im Sportunterricht“ finden Sie unter Punkt B „Schwimmen“ weitere Hinweise und Anregungen, z.B. organisatorische Maßnahmen, Aufsicht und Unterrichtsgestaltung.

Besprechen Sie mit den Begleitpersonen Art und Umfang der Aufsichtsführung und klären Sie im Vorfeld ganz konkret, welche Aufgaben sie übernehmen sollen, z. B. einen geeigneten Standort festlegen, um den Bereich gut zu überblicken.

Mindestens eine Aufsichtsperson ist so einzuteilen, dass sie sich als Beobachter nicht mit den Kindern im Wasser aufhält, sondern ausschließlich die Übersichtsfunktion hat. Die Aufsicht und Verantwortlichkeit obliegt immer der Lehrkraft und kann nicht an den Schwimmmeister vor Ort abgegeben werden.

Legen Sie Baderegeln für alle Teilnehmenden fest und geben Sie diese allen Eltern bekannt. Die verantwortliche Lehrkraft sollte jedoch in jedem Fall die Schwimmfähigkeit der Kinder selbst prüfen und einen Praxistest vor Ort vornehmen. Nur so können Sie als Lehrkraft sicher sein, ob die Kinder schwimmfähig sind oder nicht. Aus Gründen der Überschaubarkeit sollten alle Kinder einheitliche, farbige Badekappen tragen.

Kindertageseinrichtungen (Tagespflege, Krippe, Kindergarten, Hort)

Für Erzieherinnen und Erzieher im Land Brandenburg gibt es keine landespezifischen

Regelungen für den Bereich der Kindertageseinrichtungen.

Erfragen Sie zunächst bei Ihrem zuständigen Träger, ob es Dienstanweisungen zu diesem Thema gibt. Liegt keine Dienstanweisung vor, müssen Sie gemeinsam als Kita-Team bzw. als verantwortliche Tagespflegeperson Festlegungen treffen. Zu berücksichtigen sind hierbei die örtlichen Möglichkeiten zum Baden mit Kindern sowie die individuellen Voraussetzungen der durch Sie betreuten Kinder.

Für die Planung und Organisation eines Badeausflugs ist grundsätzlich die Einwilligung der Personensorgeberechtigten erforderlich.

Stellen Sie für den Badeausflug gemeinsam mit den Kindern Regeln, speziell Baderegeln auf, die auch den Eltern bekannt gemacht werden sowie auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Regeln.

Die zuständige Erzieherin/der Erzieher selbst muss am Tag des Ausflugs, ebenso wie die Kinder, körperlich fit sein.Für die Planung und Organisation müssen im Vorfeld mit allen Beteiligten Absprachen getroffen werden, wie beispielsweise:

•    über den geplanten Weg (Wahl des Verkehrsmittels) zur Badestelle,

•    Kleidung und Ausrüstung,

•    benötigte Materialien,

•    Verpflegung und Getränke,

•    Hautschutz,

•    Erste Hilfe Material, Erste Hilfe Maßnahmen/Rettungskette,

•    Pausen- und Ruhezeiten.

Klären Sie auch, unter welchen Bedingungen der Ausflug zum Baden nicht stattfinden kann.

Ein besonderer Betreuungsschlüssel für Badeausflüge ist im Land Brandenburg nicht festgelegt. Sie sollten jedoch beachten, dass Kinder nur in kleinen Gruppen baden/schwimmen gehen sollten. Bitten Sie Eltern oder andere geeignete Personen, den Badeausflug der Kinder zu begleiten. Besprechen Sie, welche konkreten Aufgaben von den Begleitpersonen übernommen werden sollen und welche Dinge besonders beachtet werden müssen.

Die gesamte Aufsicht verbleibt bei den verantwortlichen Erziehern und kann nicht an einen Schwimmmeister vor Ort abgegeben werden.

Nutzen Sie ein Schwimmbad oder eine bewachte Badestelle, melden Sie bitte im Vorfeld die Kindergruppe beim Badbetreiber an und treffen Sie dabei bereits organisatorische

Absprachen:

•    Erfordernis eigener Rettungsschwimmer für die Kindergruppe

•    Wassertiefen der einzelnen Becken > geeignet für die Altersklasse der Kinder

•    Ausleihen von geeigneten Schwimmhilfen (Schwimmflügel) für Nichtschwimmerkinder

•    Uhrzeiten für Strömungskanäle/Wellenbereiche

Nichtschwimmerkinder sollten in maximal brusttiefem Wasser baden. Berücksichtigen Sie dabei, dass ausgewiesene Nichtschwimmerbecken in Schwimmbädern eine Wassertiefe bis zu 1,35 m haben können.

Bitte beachten Sie die Richtwerte in der nachfolgenden Tabelle:


Tabelle aus DGUV Information 202-079 „Baden in Kindertageseinrichtungen“ (bisher: BG/GUV-SI 8089)

Die Unfallkasse Brandenburg empfiehlt, Badeausflüge grundsätzlich nur in Begleitung eines Rettungsschwimmers, der ausschließlich für die eigene Kindergruppe verantwortlich ist, durchzuführen.

Prüfen Sie folgende Möglichkeiten im Vorfeld ab:

•  der Badbetreiber selbst stellt einen Rettungsschwimmer für die Kindergruppe,

•  eine Erzieherin/ein Erzieher oder eine andere Begleitperson selbst ist

Rettungsschwimmer,

•  der Träger stellt einen Rettungsschwimmer für die Begleitung zur Verfügung.

Der Rettungsschwimmer sollte mindestens das Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze vorweisen können. Klären Sie entsprechend der Situation vor Ort, wie viele Kinder gleichzeitig im Wasser sein können. Diese Entscheidung sollte der Rettungsschwimmer treffen. Aus Gründen der Überschaubarkeit sollten alle Kinder einheitliche, farbige Badekappen tragen.

Mindestens eine Aufsichtsperson ist so einzuteilen, dass sie sich als Beobachter nicht mit den Kindern im Wasser aufhält, sondern ausschließlich die Übersichtsfunktion hat.

Ist eine Erzieherin/ein Erzieher oder eine Begleitperson selbst Rettungsschwimmer, steht diese/dieser während des Badens nicht für die allgemeine Betreuung der Kinder zur Verfügung, sondern ist ausschließlich zur Beaufsichtigung der badenden Kinder da. Weitere Begleitpersonen müssen jederzeit zur Verfügung stehen, um die Kinder zu beaufsichtigen, die nicht im Wasser sind.

Haben Sie auf dem Gelände Ihrer Einrichtung ein eigenes Schwimmbecken (ausgenommen kleine aufblasbare Planschbecken oder Sandmuscheln), sollte ebenfalls ein Rettungsschwimmer während der Nutzung des Beckens vor Ort sein.

Kinder im U-3-Bereich sollten, bedingt durch Körpergröße und ihre altersentsprechenden motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, nur unter direkter Betreuung in Planschbecken oder sogenannten Sandmuscheln mit einer Wassertiefe von bis zu max. 20 cm baden.

Grundsätzlich ist auch hier auf eine erhöhte Aufsicht zu achten.


Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen

Im Rahmen der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung hat die Unfallkasse Brandenburg auf Grundlage des Sozialgesetzbuches VII die Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Schulunfällen und Schulwegeunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe in den Schulen zu überwachen und die Unternehmer und Versicherten zu beraten. Ein wichtiger Grundsatz hierbei lautet: „Prävention vor Rehabilitation“.

Im Bereich der Prävention an Schulen legt die Unfallkasse Brandenburg besonderen Wert auf die Beratung. Den Sachkostenträgern und Schulhoheitsträgern sowie auch den Schulleitungen, Lehrkräften und Versicherten bietet die Unfallkasse Brandenburg die Möglichkeit zur kostenlosen Beratung und Unterstützung durch die Referentinnen und die Aufsichtspersonen.

Die Beratung und Unterstützung umfasst u.a.

  • Beratung bei Neu- und Umbau von Schulen, Schulhöfen, Schulsporthallen und Schulsportanlagen, der Ausstattung mit Fachräumen/Werkstätten oder der Anschaffung von Maschinen,
  • Besichtigung von schulischen Gebäuden und Anlagen, Einrichtungen und Maschinen,
  • Bereitstellung von Handlungshilfen und Handreichungen für Lehrkräfte und Schülerinnen/Schüler,
  • Fortbildung von Schulleiterinnen und Schulleitern, sicherheitsbeauftragten Lehrkräften im Bereich der Sicherheitserziehung, des Gesundheitsschutzes und der Ersten Hilfe,
  • Beratung im Bereich der Arbeitsschutzorganisation
  • Projektarbeit
  • Verkehrssicherheit.

zurück

Umgang mit Zeckenstichen

Zecken kommen in Deutschland in allen Gegenden vor, die bis zu einer Höhe von ca. 2.000m über dem Meeresspiegel liegen. Man findet sie sowohl in freier Natur als auch in innerstädtischen Grünanlagen bis zu einer Höhe von ca. 1,5 m über dem Erdboden. Zecken werden bereits ab einer Außentemperatur von etwa 8 °C aktiv, die eigentliche Saison ist in den Monaten März bis Oktober. Zecken halten sich vor allem in hohem Gras oder im Laub sowie in Sträuchern, Büschen und im Unterholz auf. Beim Vorbeigehen werden die Zecken abgestreift und gelangen so auf die Haut von Mensch und Tier. Dort suchen sie eine passende Hautstelle. Der dann folgende Zeckenstich wird meist gar nicht wahrgenommen. Nicht die Zecke an sich ist gefährlich, sondern vielmehr die durch Zecken übertragenen Krankheiten. Die Kindertageseinrichtung bzw. Schule sollte ein einheitliches Vorgehen zum Umgang mit Zeckenstichen festlegen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie in der DGUV Information:

DGUV_Information__Umgang_mit_Zeckenstichen.pdf (156 KB)

Schulentwicklungspreis Aktiv und Sicher der UK BB an 10 Grundschulen verliehen


(Bild: Preisträger des Schulentwicklungspreises der UK BB:
Klaus-Dieter Klapproth, Vorsitzender des Vorstandes der UK BB)


Der Kerngedanke der gesetzlichen Unfallversicherung beinhaltet, dass kein Kind aufgrund des Schulbesuches einen Unfall oder einen gesundheitlichen Schaden erleiden soll. Die UK Brandenburg unterstützt die Schulen und Kindertagesstätten nicht nur dabei, Unfälle zu verhüten und gesundheitsförderliche Bedingungen zu schaffen, sie tritt auch als Leistungsträger ein, wenn doch einmal etwas passiert. Hierbei besonders hervorzuheben ist das Prinzip „Alles aus einer Hand“, was beinhaltet, dass sich die Unfallkasse sowohl um die Bereiche Prävention als auch um die Rehabilitation und Entschädigung kümmert. Dabei gilt der Grundsatz „Prävention vor Entschädigung“. Wenn durch erfolgreiche Prävention Unfälle vermieden werden, nützt das den Versicherten und eine Entschädigung wird nicht notwendig. Daher fördert die UK Brandenburg besonders Maßnahmen zur Prävention. 

Im Land Brandenburg sind im Bereich der Schüler-UnfUK BB und MBJS bei der Festveranstaltungallversicherung ca. 487.000 Kinder und Jugendliche gesetzlich versichert. Sie alle profitieren von einem umfassenden Versicherungsschutz und umfangreichen Präventionsmaßnahmen.

Der Schulentwicklungspreis „Aktiv und Sicher“ ist eine besondere Maßnahme, die Schulen für ihre gute Arbeit auszeichnet und die Verbreitung guter gesunder Schulpraxis fördert. Gute gesunde Schulen erfüllen nicht nur die gesetzlich vorgeschrieben Anforderungen sondern berücksichtigen Prävention und Gesundheitsförderung bei der Schulentwicklung. Ziel des Schulentwicklungspreises „Aktiv und Sicher“ ist es, Anreize für Schulen zu schaffen, sich zu sicheren, aktiven und gesunden Schulen zu entwickeln. Ihre bisherige Arbeit soll dabei sichtbar gemacht und ihre weitere Arbeit unterstützt werden.

Wir freuen uns sehr, dass die Auslobung des ersten Schulentwicklungspreises der UK Brandenburg bei den Grund- und Förderschulen des Landes Brandenburg auf großes Interesse gestoßen ist.

Für die weitere Arbeit in der Schulentwicklung wünschen wir den Schulen alles Gute, viel Erfolg und nicht zu vergessen – Spaß und Freude mit den Kindern!


Die Preisträger im Schulentwicklungspreis der Unfallkasse Brandenburg „Aktiv und Sicher“ sind:

1. Preis

Wichern-Schule Forst (Lausitz)

2. Preis

Karl-Foerster-Grundschule Potsdam

3. Preis

Max-Lindow-Schule Prenzlau

4. Preis

Schule Finowfurt, Grundschule

5. Preis

Freie Montessori-Grundschule Hangelsberg

6. Preis

Pestalozzi-Schule Eisenhüttenstadt

7. Preis

Grundschule „Wilhelm Gentz“ Naturparkschule Neuruppin

8. Preis

Waldgrundschule Hohen Neuendorf

9. Preis

Grundschule Welzow „Johann Wolfgang von Goethe“

10. Preis

Grundschule „Kinder von Golzow“

Elektronische Unfallmeldung
D-Arzt Suche
Präventionskampagne Denk an mich. Dein Rücken.
Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung

Die Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung: 0800 6050404. [mehr erfahren]