Kita Badeausflüge in Kindertageseinrichtungen (Tagespflege, Krippe, Kindergarten, Hort)

Für Erzieherinnen und Erzieher im Land Brandenburg gibt es keine landespezifischen Regelungen für den Bereich der Kindertageseinrichtungen.

Erfragen Sie zunächst bei Ihrem zuständigen Träger, ob es Dienstanweisungen zu diesem Thema gibt. Liegt keine Dienstanweisung vor, müssen Sie gemeinsam als Kita-Team bzw. als verantwortliche Tagespflegeperson Festlegungen treffen. Zu berücksichtigen sind hierbei die örtlichen Möglichkeiten zum Baden mit Kindern sowie die individuellen Voraussetzungen der durch Sie betreuten Kinder.

Für die Organisation und Durchführung eines Badeausflugs ist grundsätzlich die Einwilligung der Personensorgeberechtigten erforderlich.

Stellen Sie für den Badeausflug gemeinsam mit den Kindern Regeln, speziell Baderegeln auf, die auch den Eltern bekannt gemacht werden sowie auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Regeln.

Die zuständige Erzieherin/der Erzieher selbst muss am Tag des Ausflugs, ebenso wie die Kinder, körperlich fit sein.Für die Planung und Organisation müssen im Vorfeld mit allen Beteiligten Absprachen getroffen werden, wie beispielsweise:

•    über den geplanten Weg (Wahl des Verkehrsmittels) zur Badestelle,

•    Kleidung und Ausrüstung,

•    benötigte Materialien,

•    Verpflegung und Getränke,

•    Hautschutz,

•    Erste Hilfe Material, Erste Hilfe Maßnahmen/Rettungskette,

•    Pausen- und Ruhezeiten.

Klären Sie auch, unter welchen Bedingungen der Ausflug zum Baden nicht stattfinden kann.

Ein besonderer Betreuungsschlüssel für Badeausflüge ist im Land Brandenburg nicht festgelegt. Sie sollten jedoch beachten, dass Kinder nur in kleinen Gruppen baden/schwimmen gehen sollten. Bitten Sie Eltern oder andere geeignete Personen, den Badeausflug der Kinder zu begleiten. Besprechen Sie, welche konkreten Aufgaben von den Begleitpersonen übernommen werden sollen und welche Dinge besonders beachtet werden müssen.

Die gesamte Aufsicht verbleibt bei den verantwortlichen Erziehern und kann nicht an einen Schwimmmeister vor Ort abgegeben werden.

Nutzen Sie ein Schwimmbad oder eine bewachte Badestelle, melden Sie bitte im Vorfeld die Kindergruppe beim Badbetreiber an und treffen Sie dabei bereits organisatorische

Absprachen:

•    Erfordernis eigener Rettungsschwimmer für die Kindergruppe

•    Wassertiefen der einzelnen Becken > geeignet für die Altersklasse der Kinder

•    Ausleihen von geeigneten Schwimmhilfen (Schwimmflügel) für Nichtschwimmerkinder

•    Uhrzeiten für Strömungskanäle/Wellenbereiche

 

Nichtschwimmerkinder sollten in maximal brusttiefem Wasser baden. Berücksichtigen Sie dabei, dass ausgewiesene Nichtschwimmerbecken in Schwimmbädern eine Wassertiefe bis zu 1,35 m haben können.

 

Bitte beachten Sie die Richtwerte in der nachfolgenden Tabelle:

Tabelle aus DGUV Information 202-079 „Baden in Kindertageseinrichtungen“ (bisher: BG/GUV-SI 8089)

 

Die Unfallkasse Brandenburg empfiehlt, Badeausflüge grundsätzlich nur in Begleitung eines Rettungsschwimmers, der ausschließlich für die eigene Kindergruppe verantwortlich ist, durchzuführen.

Prüfen Sie folgende Möglichkeiten im Vorfeld ab:

•  der Badbetreiber selbst stellt einen Rettungsschwimmer für die Kindergruppe,

•  eine Erzieherin/ein Erzieher oder eine andere Begleitperson selbst ist Rettungsschwimmer,

•  der Träger stellt einen Rettungsschwimmer für die Begleitung zur Verfügung.

Der Rettungsschwimmer sollte mindestens das Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze vorweisen können. Klären Sie entsprechend der Situation vor Ort, wie viele Kinder gleichzeitig im

Wasser sein können. Diese Entscheidung sollte der Rettungsschwimmer treffen. Aus Gründen der Überschaubarkeit sollten alle Kinder einheitliche, farbige Badekappen tragen.

Mindestens eine Aufsichtsperson ist so einzuteilen, dass sie sich als Beobachter nicht mit den Kindern im Wasser aufhält, sondern ausschließlich die Übersichtsfunktion hat.

Ist eine Erzieherin/ein Erzieher oder eine Begleitperson selbst Rettungsschwimmer, steht diese/dieser während des Badens nicht für die allgemeine Betreuung der Kinder zur Verfügung, sondern ist ausschließlich zur Beaufsichtigung der badenden Kinder da. Weitere Begleitpersonen müssen jederzeit zur Verfügung stehen, um die Kinder zu beaufsichtigen, die nicht im Wasser sind.

Haben Sie auf dem Gelände Ihrer Einrichtung ein eigenes Schwimmbecken (ausgenommen kleine aufblasbare Planschbecken oder Sandmuscheln), sollte ebenfalls ein Rettungsschwimmer während der Nutzung des Beckens vor Ort sein.

Kinder im U-3-Bereich sollten, bedingt durch Körpergröße und ihre altersentsprechenden motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, nur unter direkter Betreuung in Planschbecken oder sogenannten Sandmuscheln mit einer Wassertiefe von bis zu max. 20 cm baden. Grundsätzlich ist auch hier auf eine erhöhte Aufsicht zu achten.

 

Empfehlungen zur Organisation von Badeausflügen in Kita und Schule

Bei Kleinkindern und Kindern besteht ein besonders hohes Ertrinkungsrisiko, da sie einen stark ausgeprägten sogenannten reflektorischen Laryngospasmus besitzen. Beim plötzlichen Eintauchen des Kopfes ins Wasser oder beim Eindringen geringer Wassermengen in die Atemwege kann bei Kindern ein schockartiger Atemreflex einsetzen, der Kehlkopf und Lunge schließt. Durch diesen Stimmritzenkrampf wird die Atmung blockiert, nicht selten erstickt das Kind, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen Wasser in seine Lungen gelangt (sog. „trockenes Ertrinken“). Die Wassertiefe spielt in dieser Situation keine entscheidende Rolle.

 

In tiefem Wasser können sich Nichtschwimmer-Kinder nur rund 10-20 Sekunden über Wasser halten, in der Not meist ohne Lautäußerungen. Die Gefahrensituation ist für Hilfeleistende, in beiden Fällen, schwer zu erkennen. Die Zeitspanne, um lebensbedrohliche Folgen abzuwenden, ist extrem kurz.

Eine präventiv ausgerichtete, zahlenmäßig angepasste und gut organisierte Aufsicht muss zwingend gewährleistet werden.

Um später ein guter Schwimmer, eine gute Schwimmerin zu werden, ist eine frühe Wassergewöhnung wichtig. Es sollen hierbei eventuell auftretende Ängste abgebaut, Spaß an der Bewegung und dem Spielen am und im Wasser erreicht werden und Grundfertigkeiten wie z. B.:

•    richtiges Atmen,

•    Eintauchen des Gesichts / des Kopfes ins Wasser,

•    Untertauchen mit dem Körper bei bestehendem Bodenkontakt,

•    Öffnen der Augen unter Wasser,

•    Hygieneregeln und Baderegeln kennen und einhalten,

•    physikalische Grundgesetze des Wassers kennen und verstehen
(Widerstand und Auftriebskraft des Wassers)

vermittelt werden.

Aufsicht

Die Aufsicht und Verantwortlichkeit liegt bei der zuständigen Lehrkraft beziehungsweise bei der Erzieherin/dem Erzieher und kann nicht auf andere Begleitpersonen übertragen werden, auch nicht auf anwesende Schwimmmeister.

Bei den im Land Brandenburg bestehenden Rechtsvorschriften muss zunächst eine ganz klare Trennung zwischen Schule und Kindertageseinrichtungen erfolgen.

 

Hinweise zur Planung und Organisation eines Badeausflugs für Kitas